Bild der Woche· 25. Oktober 2026
Wenn Europas Städte brennen

Es sind erschütternde Bilder, die durch die sozialen Medien laufen. Und man reibt sich die Augen. Kann es sein, dass in Europa wirklich die Städte brennen? Kann es sein, dass die demokratischen Staaten mit ihrer Politik an ihre Grenzen kommen?
Die Bilder, die uns erreichen, machen Angst. Die Gewalt scheint näher zu rücken, das alltägliche Leben unsicherer zu werden. Es bahnt sich seit Jahren an: Messerstechereien, die unvermittelt passieren. Menschen, die auf Gleise gestossen werden. Unbeteiligte, die in gewalttätige Konflikte geraten und Schaden davontragen.
Und natürlich das Unlogischste an allem: Gewalttätige Demonstrationen führen zu Sachschäden in Millionenhöhe, die letztlich wieder die Allgemeinheit tragen muss. Dadurch wird der Staat an anderer Stelle noch mehr sparen müssen. Die Rechnung zahlen also alle.
So entsteht eine seltsame, geradezu schizophrene Situation: Weil sich die Gewaltspirale dreht, muss der Polizeiapparat aufgerüstet werden. Weil in Europa Krieg herrscht, braucht es höhere Militärausgaben. Und gespart wird ausgerechnet an der Bildung, an der Unterstützung sozial schwächerer Familien und an den Zukunftsperspektiven einer ganzen Generation.
Hinter allem steht eigentlich der Wunsch nach positiver Veränderung und einer besseren Perspektive. Gleichzeitig darf gefragt werden: Woher soll diese kommen?
Denn sie entsteht ja aus einer bestimmten Geisteshaltung. Wie aber finden die junge Generation, aber auch wir Erwachsenen, zu einer Haltung, die Zukunft, Gemeinwohl und eine gewisse Selbstlosigkeit in den Mittelpunkt stellt?
Selbstbegrenzung – ein ausgesprochen unattraktives Thema. Selbstbeschränkung als Gegenentwurf zu rücksichtslosem Egoismus. Wo soll das herkommen?
Es fällt nicht einfach vom Himmel. Und gleichzeitig entspringt es zumindest auch jener spirituellen Dimension, deren Bedeutung anzuerkennen sich Demokratien gerade schwertun. Denn um die Gottesfrage kommen wir letztlich wohl doch nicht herum.
Je mehr man versucht, sie vom gesellschaftlichen Leben zu trennen und im Alltag zu tabuisieren, desto stärker scheinen sich Unzufriedenheit und extreme Formen des Religionsverständnisses wieder Bahn zu brechen.
Mit diesen Fragen möchte ich zu einer gemeinsamen Reflexion aufrufen. Und mich dabei selbst nicht ausnehmen, sondern auch meine eigene Verantwortung erkennen und wahrnehmen.
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